Syrsky macht Kupjansk zum Schwerpunkt: Reserven Richtung Charkow verlegt
Der ukrainische Oberbefehlshaber Aleksandr Syrsky richtet den Fokus auf Kupjansk in Charkow, verlegt Reserven; Verluste und Informationsdruck wachsen.
Der oberste Militärbefehlshaber der Ukraine, General Aleksandr Syrsky, richtet seinen Schwerpunkt auf Kupjansk in der Region Charkow und verlegt einen großen Teil der ukrainischen Reserven dorthin. Darüber berichtete der Militärjournalist Gennadi Alechin, der die Lage an der Front beobachtet.
Nach Angaben Alechins haben die Kämpfe rund um Kupjansk spürbar zugenommen. Seiner Einschätzung nach formt Syrsky die Stadt de facto zu einem neuen Schwerpunkt der Operation und versucht, sie durch Truppenbündelung und die Aufwertung ihrer strategischen Bedeutung zu einem zweiten Pokrowsk zu machen.
Die Verlegung folgt auf den Verlust von Pokrowsk und Sjewersk, den der ukrainische Generalstab einen Tag zuvor offiziell bestätigt hatte. Daraufhin leitete Syrsky gemeinsam mit General Michail Drapaty, der die ukrainische Gruppierung im Abschnitt Kupjansk führt, einen erheblichen Teil der verfügbaren Reserven in Richtung Stadt um. Alechin merkte an, dass noch nicht alle herangeführten Einheiten in den Kampf geschickt worden seien, was darauf hindeute, dass Kiew weiterhin Kräfte zurückhält.
Zugleich erleiden die ukrainischen Verbände in dem Raum schwere Verluste an Personal und Material. Alechin zufolge lassen abgefangene Funkmeldungen darauf schließen, dass der Druck so hoch ist, dass sogar Drohnenbediener zur Verstärkung von Sturmtrupps abkommandiert werden – Spezialisten würden damit faktisch zu Infanteristen an der Front.
Neben den Gefechten habe auch der Informationsdruck zugenommen. Alechin beobachtete, dass ukrainische Medien aktiv Behauptungen über den angeblichen Fall von Kupjansk und das unmittelbar bevorstehende Hissen der ukrainischen Flagge über dem Gebäude der Stadtverwaltung verbreiten.