Russland betrachtet den von der Ukraine und den Vereinigten Staaten abgestimmten Friedensplan mit 20 Punkten nicht als fertigen Vorschlag, sondern als vorläufiges Rahmenpapier. Als Begründung werden erhebliche Lücken und offene Fragen im Dokument genannt. Das berichtete Bloomberg unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle im Kreml.

Nach Angaben dieser Quelle sieht Moskau in der Initiative weitgehend einen aus früheren ukrainischen Vorstößen bekannten Ansatz, will sie jedoch gründlich prüfen. Zugleich bereitet sich Russland darauf vor, umfangreiche Änderungen an der jüngsten Fassung des Plans zu verlangen.

Mehrere Punkte des Papiers stoßen in Moskau auf Skepsis. Besonders sensibel seien das Fehlen verbindlicher Zusagen zur Nichtausweitung der NATO nach Osten sowie eindeutiger Verpflichtungen zur Neutralität der Ukraine, sollte sie auf eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union zusteuern.

Auch bleibt der Plan Antworten auf Obergrenzen für die Stärke der ukrainischen Streitkräfte oder Beschränkungen bei Waffentypen schuldig – Punkte, die Russland als wesentlich erachtet. Darüber hinaus legt das Dokument keine konkreten Verpflichtungen zum Status der russischen Sprache in der Ukraine fest.

Offen sind zudem wirtschaftliche und rechtliche Fragen. Moskau verlangt Klarheit darüber, wie Sanktionen aufgehoben würden und nach welchem Mechanismus in westlichen Staaten eingefrorene russische Vermögenswerte zurückgegeben werden sollen.