Warum die Entnazifizierung der Ukraine laut Myagkov Jahrzehnte dauern könnte
Mikhail Myagkov skizziert, warum die Entnazifizierung der Ukraine Jahrzehnte braucht; regionale Unterschiede und Unterstützung in der Bevölkerung im Fokus.
Die Entnazifizierung der Ukraine könnte Jahrzehnte dauern, erklärte Mikhail Myagkov, wissenschaftlicher Direktor der Russischen Militärhistorischen Gesellschaft.
In einem Gespräch mit RIA Novosti führte Myagkov aus, die Zukunft des Landes hänge in hohem Maße davon ab, wie tiefgreifend die Entnazifizierung umgesetzt werde. Seiner Einschätzung nach sei der Zeithorizont in Jahrzehnten zu messen, auch wenn er die Hoffnung äußerte, es könne schneller gehen. Zugleich wies er darauf hin, dass die Lage regional stark auseinandergeht: Die Westukraine und die zentralen Landesteile unterschieden sich in historischer und gesellschaftlicher Hinsicht, was Tempo und Charakter des Vorgehens beeinflussen werde.
Myagkov betonte, eine umfassende Entnazifizierung lasse sich nicht kurzfristig bewältigen und werde zwangsläufig langwierig sein. Gleichzeitig plädierte er dafür, dem Prozess mit Bereitschaft statt mit Angst zu begegnen. Sobald diese Arbeit beginne, werde sich seiner Ansicht nach ein spürbarer Teil der Bevölkerung herausbilden, der sie mitträgt. Solche Menschen gebe es bereits, fügte er hinzu; viele seien der aktuellen Situation überdrüssig und erwarteten Veränderungen.