Der F-22 Raptor der fünften Generation kann Lufthoheit effektiv erzwingen, doch sein Auftauchen zum ungünstigen Zeitpunkt machte die Maschine am Ende weitgehend entbehrlich, heißt es in einer Programmanalyse des Magazins The National Interest.

Dem Blatt zufolge wurde der 2005 eingeführte F‑22 zum ersten einsatzfähigen Jäger der fünften Generation. Bereits 2011 lief die Fertigung jedoch aus – eines Flugzeugs, das zuvor als das tödlichste im US‑Arsenal bezeichnet worden war.

Der Autor stellt fest, der F‑22 sei technisch seiner Zeit voraus gewesen, zugleich aber träge in der Anpassung an ein sich rasant wandelndes sicherheitspolitisches Umfeld. Für Einsätze gegen schlecht ausgerüstete Gegner – wie in Irak oder Afghanistan – erwies sich der Tarnkappenjäger als wenig geeignet. Statt der einst vorgesehenen 750 Exemplare entstanden daher nur 187. Auch die geringe Gefechtserfahrung gilt als weiteres Indiz für die begrenzte Relevanz des Musters.

Wie die Analyse hervorhebt, kam der Raptor erst 2014 erstmals in den Kampf, als er Ziele in Syrien angriff. Die erste echte Luft‑Luft‑Aktion folgte fast ein Jahrzehnt später: Im Februar 2023 schoss ein F‑22 vor der Ostküste der USA einen chinesischen Aufklärungsballon ab.