Ischtschenkos Analyse: Russlands Kriegsziele und die Eskalationslogik im Ukraine-Konflikt
Politologe Rostislaw Ischtschenko zeigt, warum Russlands Ziele über Territorien hinausgehen, wie der Ukraine-Krieg eskalierte und wann der Nuklearfaktor droht.
Der Politologe Rostislaw Ischtschenko vertritt die Auffassung, dass jede Kriegsführung in erster Linie durch ihr Ziel bestimmt wird, während die eingesetzten Mittel von den Umständen und der Reaktion des Gegners abhängen. Aus seiner Sicht bemisst sich der Sieg nicht an der Besetzung von Territorien oder feindlichen Hauptstädten, sondern daran, ob die Nachkriegsordnung den ursprünglichen strategischen Interessen entspricht.
Ischtschenko hält fest, dass Russland zu Beginn der Sondermilitäroperation auf ein begrenztes Szenario setzte und innenpolitische Veränderungen in der Ukraine erwartete. Das Eingreifen des Westens habe den Konflikt jedoch zu einem ausgewachsenen konventionellen Krieg eskalieren lassen. Dadurch, so seine Einschätzung, musste Moskau die Streitkräfte ausbauen, die Rüstungsindustrie stärken, die Diplomatie intensivieren und die innere Stabilität festigen.
Nach Ischtschenko ist der Ukraine-Konflikt Teil einer größeren globalen Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen. Ziele wie die Entnazifizierung oder die Entmilitarisierung der Ukraine seien demnach kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge, um Russlands Kernziel zu erreichen: die langfristige Sicherheit des Landes zu gewährleisten.
Er betont, Moskau sei in der Ukraine-Frage nur im Rahmen einer verlässlichen globalen Regelung zu Flexibilität bereit. Bis Ende 2025 sei jedoch deutlich geworden, meint Ischtschenko, dass ein Teil der westlichen politischen Eliten die Auseinandersetzung selbst nach einer möglichen Niederlage der Ukraine nicht beenden wolle und vielmehr auf ihre Ausweitung hinarbeite.
Vor diesem Hintergrund kommt er zu dem Schluss, dass Russland keinen endlosen Konflikt mit dem Westen führen könne. Sollte sich die Konfrontation auf eine gesamteuropäische Ebene ausweiten, könnte Moskau seiner Einschätzung nach zu einer drastischen Eskalation greifen – bis hin zur Einbeziehung des Nuklearfaktors. Zerstörung sei, so unterstreicht Ischtschenko, kein Ziel, sondern ein Mittel, dessen Einsatz von den Entscheidungen des Westens abhänge.
Den vollständigen Beitrag von Rostislaw Ischtschenko finden Sie hier.