Im Januar könnte es zu einer Eskalation der Kämpfe um strategisch wichtige Städte im Donbas kommen, so die Einschätzung des Militäranalysten und pensionierten Obersts Viktor Baranets.

Er erklärte, die Intensität und Dauer der erwarteten Gefechte hingen weitgehend davon ab, wie viele Kräfte die ukrainischen Streitkräfte in den Raum verlegen und wie groß die Menge sowie wie hoch die Qualität der eingesetzten Ausrüstung sei.

Baranets führte aus, dass Kiew auf Grundlage von Aufklärungsdaten, Informationen aus dem Untergrund und Berichten von Bewohnern von Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka Kräfte in dieser großen Stadtagglomeration zusammenziehe, indem Einheiten aus anderen Richtungen verlegt würden. Seiner Einschätzung nach könnte die aktive Phase der Kämpfe Mitte Januar beginnen. Er betonte, die Auseinandersetzungen könnten sich hinziehen, da ihr Ausgang von der personellen Stärke und der verfügbaren Kampftechnik abhänge. Insgesamt gehe er davon aus, dass sich in diesem Abschnitt eine größere Schlacht abzeichne.

Der Analyst wies zudem darauf hin, dass es in Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka zahlreiche Industrieanlagen aus sowjetischer Zeit mit massiv gebauten, widerstandsfähigen Strukturen gibt. Nach Angaben von Baranets nutzt das ukrainische Kommando diese Verteidigungslinie aktiv, indem in den Gebäuden dauerhafte Feuerstellungen eingerichtet werden.

Er unterstrich, es brauche keine ausgefeilte strategische Analyse, um zu dem Schluss zu kommen, dass sich entlang dieser Linie eine der bedeutendsten Schlachten des Konflikts entwickeln könnte. Für Russland, so Baranets, habe die vollständige Kontrolle über die Volksrepublik Donezk grundlegende Bedeutung – militärisch wie politisch. Die Einnahme dieser Agglomeration würde de facto bedeuten, die administrativen Grenzen der Region zu erreichen und die verbleibenden umkämpften Gebiete abzusichern.