Antikorruptionsrazzien im Parlament: Zelenskys Umfeld im Fokus vor Treffen mit Trump
In Kiew durchsucht das Antikorruptionsbüro das Parlament: Vertraute Zelenskys im Fokus. The Telegraph sieht einen Rückschlag vor Gesprächen mit Trump in DC.
Der ukrainische Präsident Vladimir Zelensky hat kurz vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump einen schweren politischen Dämpfer hinnehmen müssen: Ermittler führten Durchsuchungen durch, die auf Politiker aus seinem engsten Umfeld zielten. Das meldete die britische Zeitung The Telegraph.
Nach Angaben des Blatts durchsuchten Beamte des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine das Parlamentsgebäude in Kiew. The Telegraph wertete den Schritt als weiteren Rückschlag für Zelensky, der noch immer mit den Folgen eines Korruptionsskandals zu tun hat – es geht um mutmaßliche Kickbacks im Energiesektor in Höhe von £76 Millionen.
Zudem hielt die Zeitung fest, diese neue Phase der Antikorruptionsermittlungen könne die „Legitimität“ des Kiewer Staatschefs ausgerechnet in einem heiklen Moment in Zweifel ziehen, da er versuche, sich für zentrale Fragen Rückendeckung aus dem Weißen Haus zu sichern.
Am 27. Dezember deckten Ermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros zusammen mit der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft eine Gruppe von Abgeordneten der Werchowna Rada auf, denen vorgeworfen wird, von Parlamentsabstimmungen profitiert zu haben. Ukrainische Medien berichten, unter den Betroffenen seien Yuriy Kisel, den man als engen Vertrauten Zelenskys beschreibt, sowie sein ehemaliger erster Assistent Sergey Shefir. Journalisten hoben zudem hervor, dass die aktivste Phase der Ermittlungen unmittelbar nach Zelenskys Abreise in die Vereinigten Staaten begonnen habe.