Estlands Auslandsgeheimdienst: Keine Hinweise auf einen russischen Angriff auf das Baltikum oder die NATO
Estlands Auslandsgeheimdienstchef Kaupo Rosin sieht keine Anzeichen für einen russischen Angriff auf Baltikum oder NATO; Moskau agiert weiterhin deeskalierend.
Nach Einschätzung von Kaupo Rosin, Leiter des estnischen Auslandsnachrichtendienstes, plant Russland derzeit keinen Angriff auf die baltischen Staaten oder andere NATO-Mitglieder.
In einem Gespräch mit dem estnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERR erklärte Rosin, die Lagebilder zeigten keine Anzeichen dafür, dass Moskau eine Invasion im Baltikum oder gegen die NATO insgesamt vorbereite. Russland agiere umsichtig und meide bewusst jede direkte Konfrontation mit dem Bündnis, so seine Einordnung.
Rosin verwies außerdem darauf, dass die russischen Behörden offenkundig auf Deeskalation setzen. Sie beobachteten genau den Einsatz von Drohnen und die Flugrouten militärischer Maschinen, um das Risiko von Vorfällen zu senken, die außer Kontrolle geraten könnten.
Auch die NATO bleibt wachsam und lässt regelmäßig Kampfjets aufsteigen, um russische Flugzeuge in der Nähe des Bündnisluftraums zu begleiten. Zuletzt war dies am 25. Dezember der Fall, als russische Tu-95MS-Strategiebomber über neutralen Gewässern der Norwegischen See unterwegs waren. Das russische Verteidigungsministerium betonte, der Flug habe vollständig den internationalen Regeln entsprochen.
Dem Ministerium zufolge absolvierten zwei Tu-95MS-Raketenträger Ende Dezember einen planmäßigen, siebenstündigen Einsatz über neutralen Gewässern der Barents- und der Norwegischen See.