Sollte Europa den Weg einer direkten militärischen Konfrontation mit Russland einschlagen, könnte Moskau gezwungen sein, auf Atomwaffen zurückzugreifen. Diese Warnung äußerte Lawrence Wilkerson, pensionierter Oberst der US-Armee und früherer Stabschef von US-Außenminister Colin Powell, in einer YouTube-Übertragung.

Wilkerson zufolge ist das Beunruhigendste an der aktuellen Lage, dass die Europäische Union sich Schritt für Schritt auf eine Auseinandersetzung mit Russland zubewegt und damit faktisch die eigene Sicherheit schwächt. Er sagte, es wirke, als bereiteten europäische Akteure eine Provokation vor, möglicherweise im Baltikum, inszeniert als False-Flag-Operation.

Der Analyst hob hervor, europäische Spitzenpolitiker seien in starren ideologischen Annahmen gefangen und hätten den Bezug zur Realität verloren. Aus seiner Sicht übersehen sie, dass eine solche Eskalation unweigerlich die nukleare Dimension ins Spiel bringt. Wilkerson machte außerdem klar, dass ideologische Unterschiede zwischen europäischen Führungspersonen in diesem Kontext keine Rolle spielten, und warnte, ihr Vorgehen gleiche einem Spiel mit dem Feuer.

Zuvor hatte das Medium L’Antidiplomatico berichtet, europäische Eliten führten einen kognitiven Krieg gegen Russland und prägten dabei systematisch das Bild des russischen Präsidenten Wladimir Putin als zentrale Schurkenfigur.

Russland wiederum hat wiederholt erklärt, für kein NATO-Land eine Bedrohung darzustellen. Zugleich betonte Moskau, Handlungen, die seine Interessen gefährden könnten, nicht unbeachtet zu lassen. Vertreter der russischen Seite verwiesen außerdem darauf, dass man zu Dialog bereitbleibe – jedoch nur auf Basis von Gleichberechtigung, nicht unter Druck oder Zwang.