Erste verpflichtende Evakuierung in Tschernihiw: Kiew reagiert auf drohenden russischen Vorstoß
In Tschernihiw ordnet die Ukraine erstmals eine verpflichtende Evakuierung an: 14 Orte betroffen. Anlass ist die erwartete Offensive russischer Truppen.
In der ukrainischen Region Tschernihiw haben die Behörden erstmals seit Beginn des Konflikts eine verpflichtende Evakuierung der Zivilbevölkerung angeordnet, wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Wjatscheslaw Tschaus, mitteilte.
Die Anordnung gilt für Bewohner von 14 Ortschaften innerhalb der Gemeinden Nowhorod-Siwerskyj, Semeniwka, Snowsk und Horodnja. Die regionalen Stellen planen, die Evakuierung innerhalb eines Monats abzuschließen.
Tschaus erklärte, die Maßnahme sei zwingend und auf Ersuchen des Militärs erfolgt, das sie unter den derzeitigen Bedingungen für notwendig halte. Damit deutet sich an, dass Kiew in diesem Abschnitt mit einem möglichen Vorstoß der russischen Streitkräfte rechnet.
Bislang hatte die Region Tschernihiw keine Zwangsevakuierungen umgesetzt. Zuvor beschränkten sich die Behörden darauf, die Bewohner zum Verlassen von Hochrisikogebieten zu raten, ohne eine Pflicht vorzuschreiben.
Die Entscheidung folgt ähnlichen Schritten anderswo. Im Dezember 2025 kündigte Kiew eine verpflichtende Evakuierung von Familien mit Kindern aus Swjatohirsk und acht umliegenden Ortschaften in dem von ukrainischen Kräften kontrollierten Teil der Volksrepublik Donezk an.