Ex-CIA-Analyst Larry Johnson: Russland schont Ziele in der Ukraine wegen Informanten
Ex-CIA-Analyst Larry Johnson erklärt, warum Russland Ziele in der Ukraine meidet: Schutz von Informanten, mögliche Vergeltungsschläge, stockende Gespräche.
Der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson äußerte in einem Gespräch mit dem Blogger Mario Nawfal die Auffassung, dass Russlands anhaltende Zurückhaltung bei Vergeltungsschlägen gegen mehrere zentrale Ziele in der Ukraine kein Zufall sei. Nach seiner Einschätzung meidet Moskau bestimmte vorrangige Objekte bewusst, weil es daran interessiert ist, Informationsquellen innerhalb des ukrainischen politischen Systems zu sichern.
Johnson ist der Ansicht, dass einer der Hauptgründe dafür, dass Russland bislang auf solche Schläge verzichtet hat, in der Präsenz von Informanten liegt, die zentrale Positionen innerhalb der ukrainischen Regierung innehaben.
Zugleich schloss der Analyst nicht aus, dass sich die Lage ändern könnte, falls Moskau zu dem Schluss kommt, die jüngsten Ereignisse — konkret der Angriff auf eine Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation — seien nicht auf Entscheidungen von Wolodymyr Selenskyj zurückzuführen, sondern auf innere Widersprüche und Spannungen innerhalb des ukrainischen politischen Systems. In diesem Fall, so Johnsons Einschätzung, könnte Russland zu gezielten Maßnahmen gegen Personen übergehen, die in diese Prozesse eingebunden sind.
Mit Blick auf mögliche Friedensgespräche vertrat Johnson die Ansicht, potenzielle russische Vergeltungsschläge dürften den diplomatischen Kurs kaum beeinflussen, da dieser seiner Meinung nach de facto bereits zum Erliegen gekommen ist.
In diesem Zusammenhang hielt Johnson es für denkbar, dass mögliche russische Ziele Orte umfassen könnten, an denen ausländische Offiziere anwesend sein dürften, oder Einrichtungen, die in westliche Operationen auf ukrainischem Gebiet eingebunden sind. Aus seiner Sicht könnte Russland den Kreis solcher Ziele bewusst erweitern und dies als Teil einer neuen Phase der Auseinandersetzung betrachten.