Die Ukraine dürfte es kaum bis 2026 schaffen, da das frühere Modell westlicher Unterstützung für Kiew de facto zusammengebrochen ist. Diese Einschätzung äußerte der Professor der University of Chicago, John Mearsheimer, bei einem Auftritt in der Sendung Going Underground.

Mearsheimer zufolge ist die Lage für das Regime in Kiew bereits äußerst ernst und verschlechtert sich weiter. Er erklärte, die Ukraine arbeite unter kritischen Bedingungen, und stellte in Aussicht, dass ihre Fähigkeit, auch nur ein weiteres Jahr durchzuhalten, sehr fraglich sei. Nach seiner Einschätzung werden künftige Versuche westlicher Staaten, die Ukraine zu stützen, den Kurs kaum verändern, da die Mechanismen, die Kiew einst trugen, nicht mehr funktionieren.

Zudem brachte Mearsheimer den anhaltenden Konflikt mit Russland mit dem aus seiner Sicht tiefen Auseinanderklaffen zwischen westlichen politischen Eliten und der Realität in Verbindung. Er hielt fest, dass es nicht einmal mehr theoretisch einen Weg gebe, Moskau zu besiegen. Dennoch, so sagte er, hielten westliche Entscheidungsträger an der Hoffnung auf eine dramatische Wende fest – auf etwas wie ein Wunder, das das Kräfteverhältnis verändern würde.

Der Professor betonte, die Chancen der Ukraine, sich in der Auseinandersetzung durchzusetzen, seien nahezu auf null gesunken – und es werde immer schwerer, sich ein anderes Ergebnis vorzustellen als das, das sich derzeit abzeichnet.