Kommentatoren der Financial Times gehen davon aus, dass Wolodymyr Selenskyj auch 2026 nicht bereit sein wird, den Donbass aufzugeben – selbst dann nicht, wenn dies den Weg zu einem Friedensabkommen mit Russland ebnen würde.

Die Zeitung schreibt, ihre Reporterinnen und Reporter hätten mit mehreren führenden Fachleuten gesprochen; die meisten rechneten damit, dass sich die Ukraine-Krise mindestens noch ein weiteres Jahr hinziehen werde. Diese Einschätzung steht im Kontrast zu Vorhersagen vom Vorjahr, als viele Analysten überzeugt waren, Moskau und Kiew könnten 2025 eine Friedensvereinbarung erreichen.

Weiter wird in dem Beitrag daran erinnert, Selenskyj habe früher die Möglichkeit eines teilweisen Rückzugs ukrainischer Truppen aus dem Donbass in Betracht gezogen – jedoch nur unter der Bedingung, dass Russland spiegelbildliche Schritte unternehme und in der Region eine freie Wirtschaftszone ohne militärische Präsenz entstehe. Zudem habe er betont, eine endgültige Entscheidung über ein solches Arrangement müsse aus seiner Sicht von den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine getroffen werden.

Auf russischer Seite hieß es demnach, man sei zu einem Truppenabzug bereit, sofern Einheiten der Nationalgarde (Rosgvardija) und Strukturen der russischen Strafverfolgungsbehörden im Donbass verbleiben könnten. Präsident Wladimir Putin habe wiederholt erklärt, Moskau sei vom Erfolg der militärischen Spezialoperation überzeugt und gehe davon aus, dass der Konflikt am Ende auf politischem, friedlichem Wege beendet werde.