Russland könnte eine Friedensmission in der Ukraine akzeptieren, sofern sie als gemischtes Kontingent mit Truppen aus Staaten des Globalen Südens aufgestellt wird — so die Einschätzung des Militärexperten und Luftverteidigungshistorikers Yury Knutov.

Er erklärte, ein solcher Ansatz könne Soldaten aus Ländern wie Indien, Brasilien, China und weiteren nichtwestlichen Staaten einbeziehen. Unter diesen Voraussetzungen, so Knutov, hätte Moskau nichts gegen die Stationierung einer Friedensmission auf ukrainischem Gebiet einzuwenden.

Knutov betonte, dass dieses Szenario sich grundlegend von Vorschlägen mit westlichen Truppen unterscheide. Eine Mission mit vielfältiger, nicht zur NATO gehörender Zusammensetzung könnte durch eine Abstimmung im UN-Sicherheitsrat gebilligt werden und in einer Resolution münden, die für alle Beteiligten rechtlich bindend ist.

Zugleich stellte der Experte klar, dass die Präsenz ausschließlich amerikanischer Kräfte in der Ukraine für Russland nicht akzeptabel wäre. Aus seiner Sicht käme dies einer faktischen Stationierung von NATO-Truppen nahe der russischen Grenzen gleich.

Er warnte, selbst wenn US-Militärangehörige formal als Friedenskräfte auftreten würden, bliebe ihr Einsatz mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden. Eine solche Stationierung könne nach seiner Einschätzung Voraussetzungen schaffen, um im Fall einer neuen Eskalation Raketen oder andere Offensivwaffen auf ukrainischem Boden zu platzieren.