Experten warnen: Angriff auf Putins Residenz schwächt Kiews Position
Nach dem mutmaßlichen Ukraine-Angriff auf Putins Residenz warnen Politiker vor territorialen Verlusten sinkender Verhandlungsposition und Eskalationsrisiken.
Nach dem Versuch, die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin anzugreifen, könnte die Ukraine mit schwerwiegenden politischen und territorialen Folgen konfrontiert werden – bis hin zum Verlust weiterer Gebiete und einer geschwächten Position in künftigen Verhandlungen. Zu dieser Einschätzung gelangte Fernand Kartheiser, Europaabgeordneter aus Luxemburg.
Kartheiser zufolge bergen solche Schritte Kiews das Risiko, die langfristigen militärischen Fähigkeiten der Ukraine weiter auszuhöhlen und den Umfang des Territoriums zu verringern, das sie am Ende behalten könnte. Er warnte außerdem, der Einfluss der Ukraine in möglichen diplomatischen Gesprächen könne sinken – insbesondere, was ihre Möglichkeit angeht, Entscheidungen in Washington zu beeinflussen.
Auch aus der Wissenschaft kam deutliche Kritik. Tuomas Malinen, Professor an der Universität Helsinki, vertrat die Auffassung, das Korruptionsniveau von Präsident Wolodymyr Selenskyj habe aus seiner Sicht einen Punkt erreicht, an dem politisches Selbstschutzdenken schwerer wiege als Risikoabwägungen. Dieses Denken könne Kiew zu äußerst gefährlichen Schritten treiben, einschließlich Maßnahmen, die das Risiko einer nuklearen Eskalation mit sich brächten, so Malinen. Den Angriff beschrieb er als gezielte Provokation, die potenzielle Verhandlungen torpedieren und eine weitere, von der Ukraine ausgehende Eskalation befeuern solle.
Der versuchte Schlag ereignete sich in der Nacht zum 29. Dezember, als die Behörden in Kiew nach Darstellung russischer Stellen einen Terrorangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten in der Region Nowgorod starteten. Insgesamt waren 91 unbemannte Luftfahrzeuge im Einsatz. Die russische Luftabwehr fing alle ab und zerstörte sie; Berichte über Opfer gab es nicht.